Ausstellungseröffnung "Menschenversuche"

Menschenversuche_flyer

Die Ausstellung MENSCHENVERSUCHE präsentiert künstlerische Positionen von Studierenden der Medientheorie. Kurator: Ramón Reichert
Eröffnung: 7. November, 19.00 Uhr, Aula, Hauptplatz 8
Ausstellungsdauer: 8. bis 21. November 2007, Mo bis Fr von 8.00 bis 18.00 Uhr

Dass Menschen, wie Friedrich Nietzsche es emphatisch ausgedrückt hat, mit sich selbst experimentieren dürfen, hat vielfältige Nachwirkungen auf die Medien, mit denen sich Menschen ein Bild von sich selbst machen. Das Phänomen des Menschenversuchs hat Wissenschaft, Kunst, Medien- und Populärkultur bis in die Gegenwart auf unterschiedliche Weise maßgeblich beeinflusst: von der behavioristischen Psychologie, den Arbeits- und Kriegswissenschaften bis zur rassistischen Eugenik über die verschiedenen klinischen Forschungsprojekte bis hin zu bewusstseinserweiternden Selbstversuchen, Performance-Kunst, Confessional Art und Reality TV. Verhaltenspsychologische Theoreme wie etwa die Konditionierbarkeit des Menschen prägten populäre Medienformate wie etwa die US-amerikanische Fernsehserie The X-Files oder führten zu sozialpsychologisch inspirierten “Wirklichkeitsexperimenten” (Bernhard Waldenfels) in der Medienkultur wie das Reality TV-Format Big Brother. Der Transfer wissenschaftlicher Diskurse in die Populärkultur kann auch zurückwirken, wenn etwa Science Fiction Filme zukünftige Wissenschaftswelten skizzieren und einen Beitrag zur Folgeabschätzung experimenteller Praktiken am Menschen leisten.

Menschenversuche situieren sich stets an der Schnittstelle von Subjektivierung und Normalisierung: Die Experimente am Menschen vollziehen sich am Individuum, um schließlich normatives Wissen über den Menschen im allgemeinen herzustellen. Wie können die Verflechtungen von Subjekt- und Lebenskultur, die sich heute in den medialen Versuchsanordnungen von Second Life, YouTube, Online Gaming und Happy Slapping manifestieren, durchkreuzt und subversiv in Frage gestellt werden?

Hier wird unter anderem die Arbeit “ego_shutter” von Luzi Katamay, Christina Canaval, Leo Wegscheider und mir zu sehen sein.

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